Solothurn

Arealentwicklung Gleis 11

2025

Das Grundstück liegt an der Schnittstelle zwischen Vorstadt und kleinmassstäblichen Siedlungsstrukturen im Süden und gehört zur grossmassstäblichen Bebauung, die sich entlang dem Gleiskörper entwickeln. Das urbane Leben findet jedoch auf der gegenüberliegenden Seite der Geleise statt. Die Verbindung zum Bahnhof und zur Altstadt führt an der südöstlichen Grundstücksecke vorbei. Diese Wegachse war bereits früher sehr wichtig. Hier befand sich im Mittelalter ein Eingang in die Stadtmauern. Auch die Alte Druckerei ist an der Wegachse des ehemaligen Bahnübergangs ausgerichtet. Die Nutzungen der Gebäude, sowie die sozialräumliche Gliederung der Aussenräume orientieren sich an dieser historischen Achse und setzen mit der Trennung von Wohnen und Öffentlichkeit klare Schwerpunkte für die städtebauliche Entwicklung und Anbindungen an die Vorstadt. 

Das Projekt bündelt das Raumprogramm in zwei Baukörpern und beschränkt die Untergeschosse auf deren Grundflächen. Damit bleibt der gesamte Aussenraum frei von Unterbauung. 90 Prozent des Regenwassers können durch verschiedene Schwammstadtelemente im natürlichen Kreislauf gehalten werden. Damit kann dem Hitzeinseleffekt am Standort entgegengewirkt werden und ein spürbarer Beitrag für das lokale Stadtklima erreicht werden.

Der neue Platz hat eine hohe Präsenz und schafft einen identitätsstiftenden, öffentlichen Ort im Quartier. Mit seiner erhöhten Lage schafft er einen Bezug zum freigespielten Druckereigebäude, welches seit jeher eine vermittelnde Rolle über die Gleise zur Vorstadt herstellt.  Ein Lebensmittelladen, ein Restaurant und Büros beleben den Platz und verankern ihn im Alltag des Quartiers. Unter dem schützenden Dach grosskroniger Linden entstehen schattige Orte zum Verweilen. Ein Brunnen, gespeist aus der bestehenden Wasserkonzession, bringt Bewegung und erinnert an die industrielle Vergangenheit des Ortes.

Der Gartenhof bildet die Adresse der Wohnungen an der Zuchwilerstrasse. Über die Vorzone mit Baumreihe und Vorgartenvegetation betritt man den Garten, der zur Strasse hin von einer grünen Laube gefasst wird und mit seiner üppigen Vegetation, offenen und geschlosseneren Bereiche vorsieht, die Raum für nachbarschaftlichen Austausch in einer grünen Oase im städtischen Umfeld bieten. Ein lebendiges Spiel aus Licht und Schatten schafft abwechslungsreiche Aufenthaltsorte und vermag den Atelierwohnungen, die an die Hoffläche anschliessen, private Aussenräume in der Balkonschicht anzubieten, die vom Ausblick ins Grüne profitieren. Die Kita orientiert sich nach Aussen. Ihr Freiraum wird von einem Vegetationssaum mit umlaufender Mauer gefasst und ermöglicht den Kindern ungestörtes Spielen im kühlen Garten. 

Der rückwärtige Gleisraum wird mit einer neuen Rampe auch zur Schöngrünstrasse angebunden, so dass er Infrastrukturen wie  Fahrradunterstände, Feuerwehrzufahrt und aufnehmen kann. Der räumliche Abschluss zum Gleisfeld, wird unter Berücksichtigung der Pflanzabstände zur Bahn, von einer Strauchhecke mit einzelnen Kleingehölzen gebildet.